Er mag es schlicht und schön: Max Eckhardt holt bei seinen Porträts das Beste aus den Menschen heraus. Seine abstrahierten Porträts in Öl, die bei aller Einzigartigkeit doch auch für Archetypen stehen, sind spannende Moment-aufnahmen. „Beim Malen frage ich mich stets: Was denkt der Mensch, den ich hier porträtiere?“, erklärt er.
Eckhardt, 1987 in Bonn geboren, hat Industriedesign studiert, und so paart er auch in seinen Bildern Ästhetik und Klarheit. Seine Maltechnik verleiht den Gesichtern Tiefe und Raffinesse.
Oft offenbart sich erst beim zweiten, dem genauen Blick, wie geschickt er farbliche Akzente setzt, um eine Spannung zu erzeugen, die Emotionen weckt. Ein unvermuteter knallroter Tupfer hier oder ein überraschender blauer Strich dort geben den Porträts eine faszinierende, kraftvolle Ausstrahlung.
Es steckt mehr Farbe drin, als man zu sehen glaubt. Die Bilder scheinen mit leichter Hand auf die Leinwand geworfen. Doch der Eindruck täuscht. „Oft sitze ich monatelang an einem Motiv, bis ich es gut genug und vollendet finde“, sagt er. Licht und Schatten, alle Flächen und jedes einzelne Detail sind durchkomponiert. Kein Millimeter Leinwand bleibt dem Zufall überlassen. So ringt Eckhardt bei jedem Porträt um das rechte Maß bei der Intensität der Farben.
Im Studium hat sich Eckhardt im klassischen und bildhauerischen Zeichnen unterrichten lassen. Er liebt es, sich mit anderen Künstlern auszutauschen, um andere Sichtweisen zu entdecken. „Professionelles Feedback ist für mich ein großer Wert.“ Mit dem renommierten Maler Alpay Efe verbindet ihn eine inspirierende künstlerische Freundschaft.
Er sei ein positiver Mensch, betont Eckhardt. „Ich will in Zeiten einer sich rasant verändernden Welt Bilder von zeitloser Schönheit und Stärke schaffen. Reduziert und mit einer unaufdringlichen Aura, aber nachhaltig in ihrer positiven Stimmung. Ich will Bilder malen, die eine Seele haben.“
Von Ann Claire Richter